Alarmierend: Tierversuche nehmen weiter zu Im Jahr 2010 starben rund 2,9 Millionen Wirbeltiere in deutschen Labors, 70.000 oder 2,5 % mehr als im Jahr zuvor. Die am 2. November 2011 veröffentlichte Tierversuchsstatistik des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zeigt erneut einen erschreckenden Anstieg der Tierversuchszahlen. Von den 2.856.316 Tieren insgesamt, waren rund zwei Millionen Mäuse, 442.448 Ratten, 166.002 Fische, 106.265 Vögel (Hühner, Puten, Wachteln usw.), 89.960 Kaninchen, 27.886 Meerschweinchen, 15.999 Schweine, 3.004 Hunde, 2.789 Affen, 805 Katzen sowie Tiere zahlreicher anderer Arten. Seit 15 Jahren nimmt in Deutschland die Zahl der im Namen der Wissenschaft geopferten Tiere massiv zu, obwohl die Politik gebetsmühlenartig zusichert, Tierversuche zumindest reduzieren zu wollen. Die Tierversuchszahlen wurden in Deutschland erstmals 1989 erfasst. Zunächst sank die Zahl der in Tierversuchen gequälten Tiere von über 2,6 Millionen im Jahr 1989 auf 1,5 Millionen im Jahr 1997. Die aktuelle Zahl liegt also weit über der von vor 22 Jahren. Besonders bei den Mäusen ist seit Jahren eine dramatische Zunahme zu beobachten. So wurden 2010 fast 90.000 Mäuse mehr verwendet als 2009. Dies ist vor allem auf die Gentechnik zurückzuführen. Der Anteil genmanipulierter Tiere, denen beispielsweise artfremde Gene eingeschleust werden, hat sich um 19 % auf 722.793 erhöht. Hinzu kommen die »Ausschuss«tiere in einer Größenordnung von bis zu 99 %, die nicht die gewünschten gentechnischen Defekte aufweisen und getötet werden, ohne in der offiziellen Statistik erfasst zu werden. Besonders alarmierend ist auch der Anstieg bei den Affen. Im Jahr 2010 mussten fast 500 Affen mehr in Tierversuchen leiden als im Vorjahr. 35 % der geopferten Tiere gehen auf das Konto der zweckfreien tierexperimentellen Grundlagenforschung. Im Europa-Vergleich liegt Deutschland nach Frankreich und Großbritannien auf Platz 3 der Länder mit den meisten Tierversuchen.
|