Absurde Forschung auf dem Holzweg

Die 50 heute in die Datenbank eingestellten Tierversuchsbeschreibungen beweisen erneut, dass das Ziel vieler Tierversuche gar nicht die Heilung von menschlichen Krankheiten ist, wie von Seiten der Pro-Tierversuchslobby gebetsmühlenartig behauptet wird, sondern oft die Entwicklung von sogenannten »Tiermodellen«. Auf oftmals völlig abwegige Weise versucht man einzelne Symptome von Krankheiten, die bei Tieren nicht vorkommen, experimentell hervorzurufen. So müssen gesunde Ferkel schwerkranke Intensivpatienten simulieren, hirngeschädigte Wüstenrennmäuse dienen als »Modell« für das »Zappelphilippsyndrom« bei Kindern, das Lernverhalten von Menschen wird mittels Elektroschocks an Hühnern dargestellt und genveränderte Mäuse sollen Aufschluss über Übergewicht geben.

Die tierexperimentelle Wissenschaft beruht auf der Annahme, man könne komplexe Krankheitsgeschehen des Menschen bei Tieren nachahmen. »Tiermodelle« nennt man das. Mäuse, Ratten, Kaninchen und viele andere Tiere werden künstlich geschädigt, um bei ihnen einzelne Symptome menschlicher Krankheiten hervorzurufen, deren Ursachen aber entweder noch gar nicht bekannt oder aber ganz andere sind. Im nächsten Schritt versucht man, die Symptome bei den Tieren irgendwie wieder wegzukriegen. Da aber schon der erste Schritt, also das »Tiermodell«, nicht mit der menschlichen Krankheit zu vergleichen ist, kann auch der zweite Schritt, d.h. die Entwicklung von Behandlungsmethoden, nicht funktionieren. Versuche dieser Art sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Trotzdem versuchen sich ganze Heerscharen der von unseren Steuergeldern subventionierten »Wissenschaftler« an der Etablierung von »Tiermodellen«.

In einer Studie aus Rostock werden Eiterbakterien in die Blutbahn von Ferkeln gespritzt. Die Tiere erhalten eine Behandlung, z.T. mit einer Mischung aus Schweineplasma und menschlichen Blutzellen. Die Folgen der Blutvergiftung müssen die Schweine bei vollem Bewusstsein erleiden. Die Tiere einer Gruppe sterben alle innerhalb von 70 Stunden. Die anderen werden nach sieben Tagen getötet. Die Autoren geben zu bedenken, dass die Studie ihre Grenzen hat. Es handelt sich um junge, gesunde Schweine und auch das Hervorrufen einer Blutvergiftung durch die Infusion mit Bakterien entspricht nicht der klinischen Situation auf der Intensivstation. Dennoch bezeichnen die Autoren ihr Experiment als erfolgreich und rufen zu weiteren Studien auf. Dokumenten-ID: 3925

Junge Gerbils (Wüstenrennmäuse) erhalten Methamphetamin in die Bauchhöhle injiziert, das eine Störung des Nervensystems im Gehirn bewirkt. So soll das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts-Syndrom bei Kindern simuliert werden. Die Hälfte der Tiere wird fortan einzeln in kahlen Plastikkästen gehalten, die andere gemeinsam mit ihren Geschwistern in mit vielen Versteck- und Spielmöglichkeiten ausgestatteten Käfigen. Beide Gruppen erhalten täglich das Medikament (Ritalin®). Soziale Faktoren und Umweltbedingungen spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des »Zappelphilippsyndrom«. In dieser Studie aus Erlangen und Bielefeld wird der Einfluss der Umweltbedingungen und die Behandlung mit Ritalin® bei künstlich hirngeschädigten Gerbils untersucht. Dokumenten-ID: 3924

Sogenannte ob/ob-Mäuse, ein Zuchtstamm, bei dem durch eine Genmutation das Hormon Leptin fehlt, das für die Regulierung des Appetits zuständig ist, müssen üblicherweise als »Modelle« für Diabetes oder Übergewicht beim Menschen herhalten. In einer Studie aus Essen erhält eine Gruppe ob/ob-Mäuse ein reduziertes Futterangebot, eine zweite Gruppe bekommt Futter zur freien Verfügung. Die Tiere der zweiten Gruppe werden »übergewichtig«. Nach 20 Wochen werden alle Mäuse getötet, um die Knie und Hüften zu untersuchen. Das Ergebnis: Dicke Mäuse leiden durch das Gewicht, das auf den Gelenken lastet, eher unter Gelenksentzündungen, als dünne Mäuse. Die Autoren geben zu bedenken, dass »es nicht möglich ist, daraus zu schließen, dass diese Ergebnisse auch für Menschen gültig sind.« Trotzdem kündigen sie weitere Studien an. Dokumenten-ID: 3926

Experimentatoren aus Lübeck und Regensburg bemerken in ihrer Arbeit, dass es für eine menschliche Augenkrankheit, bei der sich Blutgefäße in der Augennetzhaut bilden und zu Blindheit führen, trotz zahlreicher Versuche kein adäquates »Tiermodell« gibt. Neue Behandlungsmethoden würden daher direkt am Menschen getestet. In der vorliegenden Studie soll ein von einem anderen Autor beschriebenes »Tiermodell« nachvollzogen werden. Dabei wird bei Kaninchen durch Injektion einer Chemikalie eine Schädigung der Augennetzhaut hervorgerufen. Außerdem wird eine Laserbehandlungsmethode getestet, die in klinischen Versuchen am menschlichen Patienten bereits im Einsatz ist. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass ihr »Tiermodell« nur eingeschränkt geeignet sei, da mehr unerwünschte statt gewünschte Veränderungen am Kaninchenauge auftreten würden. Dokumenten-ID: 3929

In einer Arbeit aus Celle wird das Lernverhaltens von Legehennen als »Modell« für das Lernverhalten beim Menschen untersucht. Hühnerküken sind für diesen Zweck ein etabliertes »Modell« heißt es in der Arbeit. Die Autoren wollen nun ein »Modell« mit erwachsenen Hühnern etablieren. Dazu werden Hennen mit einem Elektroschock traktiert, sobald ein Tier auf ein Gitter tritt. Am nächsten Tag wird beobachtet, ob sich die Henne den Zusammenhang zwischen Gitter und Elektroschock gemerkt hat. Den Tieren werden Elektroden in das Gehirn eingepflanzt, um Gehirnströme zu messen, während das Elektroschock-Experiment wiederholt wird. Dokumenten-ID: 3930

Obwohl es vergleichbare Studien an Meerschweinchen, Kaninchen, Hunden und Truthähnen bereits gibt, hat eine Studie aus Lübeck zum Ziel, nun ein »Mausmodell« zur Untersuchung von Mechanismen der Immunabwehr am Auge zu entwickeln. Dazu wird mit Hilfe von Bakterien und Eiweißinjektionen bei Mäusen eine Bindehautentzündung hervorgerufen. Dokumenten-ID: 3943

Es ist bekannt, dass verminderte Nahrungszufuhr bei verschiedenen Tierarten (z.B. Ratten, Mäusen und Affen) lebensverlängernd wirkt. Afrikanische Prachtgrundkärpflinge leben natürlicherweise nur wenige Wochen bis Monate. In einer Arbeit aus Jena wird zur Abwechslung diese Fischart als »Modell« für die Altersforschung vorgeschlagen. Die Fische einer Gruppe erhalten ihr ganzes Leben lang nur jeden zweiten Tag Futter. Eine zweite Gruppe wird jeden Tag gefüttert. Dokumenten-ID: 3945

Die aktuellen Beispiele aus der Datenbank belegen erneut die Absurdität der tierexperimentellen Forschung. Tierversuche müssen abgeschafft werden, nicht nur, weil sie grausam und zutiefst unethisch sind, sondern vor allem auch, weil sie die medizinische Forschung in eine Sackgasse geführt haben. Es wird mit immer größerem Aufwand an »Tiermodellen« herumgeforscht, doch der Nutzen für kranke Menschen ist gleich Null. Die hier genannten Beispiele zeigen eindrucksvoll, auf welchem Holzweg sich die tierexperimentelle Forschung befindet.


Dr. med. vet. Corina Gericke
 
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