Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Experimentatoren Heute wurden unserer Datenbank weitere 40 Dokumente hinzugefügt. Dokumente, die aufs Neue belegen, dass Tierversuche unglaublich grausam und zudem wissenschaftlicher Unsinn sind. Wer glaubt, Tierversuche würden durchgeführt, um neue Therapien für kranke Menschen zu entwickeln, irrt gewaltig. Viele Tierversuchsprojekte muten eher an wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Experimentatoren, die krampfhaft nach Möglichkeiten suchen, unsere Steuergelder zu verbraten. So stießen Mitarbeiter des Hertie-Instituts in Tübingen auf ein Defizit in der Rattenschnurrhaarforschung. Die Nervenaktivitäten bei horizontalen und vertikalen Bewegungen der Rattenschnurrhaare sind bereits ausführlich untersucht. Aber es gibt in der Fachwelt noch keinen Artikel zur Frage, welche Nerven aktiviert werden, wenn das Schnurrhaar in den Haarfollikel hineingedrückt wird. Dazu wurde bei zehn Ratten der Schädelknochen entfernt und ein Stück der linken Gehirnhälfte abgesaugt, um Aufzeichnungselektroden in einen Nervenknoten zu stecken. Die Schnurrhaare wurden bis auf 5 mm abgeschnitten und auf diesen Stumpf ein Druck ausübt, der das Haar in den Haarfollikel hineindrückt. Gleichzeitig wurden elektrischen Impulse an dem Nervenknoten gemessen. (1) Die Untersuchung der Empfindlichkeit des Ohres bei zunehmender Dauer eines Geräusches wurde bisher bei verschiedensten Säugetieren (Katze, Hund, Chinchilla, Maus, verschiedenen Affenarten) und beim Menschen untersucht. Forscher aus Regensburg analysierten nun die Regulation des Hörvermögens bei einem bisher noch nicht untersuchten Tier, dem Gerbil (Wüstenrennmaus). Dreizehn Gerbils wurden »trainiert« auf eine Plattform zu springen und 1,2 Sekunden nach Ertönen eines Tons wieder herunterzuspringen. Mit einer Lichtschranke wurden die Reaktionen der Tiere aufgezeichnet. (2) Andere Experten der so immens wichtigen Gerbilhörforschung gingen einer Frage nach, auf die die Menschheit seit langem eine Antwort sucht: Warum können alte Ratten und Gerbils nicht mehr so gut hören wie junge. Dazu wurden Ratten und Wüstenrennmäuse Klicktöne und Pfeifgeräusche mit einer Lautstärke zwischen 10 und 100 dB vorgespielt. Gleichzeitig wurden mittels Elektroden die elektrischen Impulse im Hörzentrum des Gehirns der Tiere abgeleitet. Das Experiment wurde in mehrmonatigen Abständen mehrmals wiederholt, um Altersunterschiede zu dokumentieren. Schließlich wurden die Tiere getötet, um das Innenohrgewebe zu untersuchen. (3) Es ist haarsträubend, aber wahr: alles wird an Tieren getestet. Sogar Noni-Saft. Am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf wurden Gruppen von je drei Ratten mit einer Schlundsonde 10-fach konzentrierter Noni-Saft einmalig in zwei verschiedenen Dosierungen in den Magen eingegeben. Zwei oder 12 Stunden später wurden die Tiere getötet, um die Lebern zu untersuchen. Es wurden keine erbgut- oder leberschädigenden Eigenschaften gefunden. (4) Ob der Saft eine heilende Wirkung hat oder womöglich sogar schädlich ist, sei dahin gestellt. Es gibt genügend Menschen die ihn freiwillig einnehmen und zwar nicht einmalig eine große Dosis, sondern kleine Mengen über einen längeren Zeitraum. Der genannte Tierversuch ist blanker Unsinn, nicht nur, weil Ratten einen anderen Stoffwechsel haben, sondern auch wegen der völlig unrealistischen Dosierung der Testsubstanz. Untersuchungen an Menschen würden hingegen zu verwertbaren Erkenntnissen führen. Die Autoren wissenschaftlicher Publikationen weisen oft selbst darauf hin, dass ihre Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind. Das heißt, Tiere werden gequält und getötet, obwohl den Experimentatoren klar ist, dass die Ergebnisse wertlos sind. So wurden bei einer Firma aus Erlangen 14 Minischweinen zwei Herzschrittmacher eingepflanzt. Mit dem einen Schrittmacher wurde der Puls künstlich erhöht und über 20 Tage aufrecht erhalten, um ein chronisches Herzversagen zu simulieren. Über den zweiten Schrittmacher wurden Widerstandsmessungen am Herzen der Tiere vorgenommen. Fünf der 14 Minischweinchen starben während des Versuchs an Herzkammerflimmern, die anderen wurden nach dem Experiment getötet. Die Autoren merken an, dass aufgrund anatomischer Abweichungen sowie unterschiedlicher Körperhaltung beim Schwein, die Ergebnisse der Studie nicht direkt auf den Menschen übertragbar sind. Des Weiteren zitieren Sie Studien, in denen implantierbare Überwachungssysteme bereits erfolgreich an Patienten mit Herzversagen getestet worden sind. (5) An der Universitätsmedizin Charité in Berlin wurden 48 Merinoschafe Kreuzbandoperationen unterzogen. Das Kreuzband des linken Hinterbeins wurde entfernt. Bei jeweils der Hälfte der Schafe wurde es durch eine Sehne eines Hinterbeinmuskels ersetzt, bei der anderen Hälfte mit einem körperfremden Transplantat, der Sehne eines anderen Schafes. Vier Schafe starben in Folge der Operation. Nach jeweils 6, 12 und 52 Wochen wurde ein Teil der Tiere getötet. Auch hier weisen die Autoren darauf hin, dass die Ergebnisse nicht direkt auf den Menschen übertragbar sind. Durch den aufrechten Gang belasten Menschen ihre Beine anders als Schafe. (6) Mehrere Tausend weitere Belege für die Grausamkeit und Unsinnigkeit von Tierversuchen finden Sie in der Rubrik »Datenbank«.
(1) Maik C. Stüttgen, Stephanie Kullmann, Cornelius Schwarz: Responses of rat trigeminal ganglion neurons to longitudinal whisker stimulation. Journal of Neurophysiology 2008: 100, 1879-1884 (2) Otto Gleich, Malte C. Kittel, Georg M. Klump, Jürgen Strutz: Temporal integration in the gerbil: The effects of age, hearing loss and temporally unmodulated and modulated speech-like masker noises. Hearing Research 2007: 224, 101-114 (3) Lukas Rüttiger, Rama Panford-Walsh, Thomas Schimmang, Justin Tan, Ulrike Zimmermann, Karin Rohbock, Iris Köpschall, Annette Limberger , Marcus Müller, Jürgen-Theodor Fraenzer, Jelka Cimerman, Marlies Knipper: BDNF mRNA expression and protein localization are changed in age-related hearing loss. Neurobiology of Aging 2007: 28, 586-601 (4) Johannes Westendorf, Katharina Effenberger, Hassan Iznaguen, Simla Basar: Toxicological analytical investigations of Noni (Morinda citrifoloa) fruit juice. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2007: 55, 529-537 (5) Carsten Stahl, Wolfram Beierlein, Tobias Walker, Andreas Straub, Zolt Nagy, Karolin Knubben, Tim O. Greiner, Michael Lippert, Gerald Czygan, Stefan Paule, Oliver Schweika, Volker Kühlkamp: Intracardiac impedance monitors hemodynamic deterioration in a chronic heart failure pig model. Journal of Cardiovascular Electrophysiology 2007: 18, 985-990 (6) Sven U. Scheffler, Tanja Schmidt, Insa Gangéy, Moritz Dustmann, Frank Unterhauser, Andreas Weiler: Fresh-frozen free-tendon allografts versus autografts in anterior cruciate ligament reconstruction: delayed remodeling and inferior mechanical function during long-term healing in sheep. The Journal of Arthroscopic and Related Surgery 2008; 24(4), 448-458 |