Haarsträubender Unsinn Um der Frage nachzugehen, ob Vitamin C vor lärmbedingten Hörschäden schützen kann, wird das Vitamin an 54 Meerschweinchen verabreicht. Anschließend werden die Tiere unter Narkose eine Stunde lang mit einem lauten Geräusch beschallt. Die Autoren finden heraus, dass Vitamin C in hoher Dosierung bei den Meerschweinchen tatsächlich einen schützenden Effekt auf das Gehör hat. Auf die Situation des Menschen übertragen, müsste ein 80 kg schwerer Mensch sieben Tage lang täglich 42 Tabletten zu je 1.000 mg Vitamin C einnehmen, bevor er in eine Disko geht. Vielleicht tut es da auch ein einfacher Ohrstöpsel. Die 50 neuen, in unsere Datenbank aufgenommenen Versuchsbeschreibungen beweisen, dass auch im Jahr 2008 tierexperimentelle Arbeiten aus Deutschland in Fachjournalen veröffentlicht werden, die an Schwachsinn kaum zu überbieten sind. Der an der Universität Mainz durchgeführte Versuch mit den Meerschweinchen (1) ist kein Einzelfall. Haarsträubender Unsinn dieser Sorte wird zuhauf unter dem Deckmantel der medizinischen Forschung getrieben. Bei einem Experiment aus Hamburg werden ein bis drei Tage alte Rattenbabys getötet, um aus ihren Herzen Zellen zu gewinnen. Die Zellen werden so kultiviert, dass sie in Form einer Tasche mit einem Innendurchmesser von 10 mm wachsen. Die Taschen aus Herzzellen werden über das Herz anderer Ratten gestülpt. Zwei Wochen später werden die Tiere getötet. Es geht um die Züchtung von Herzgewebe, das zur Reparatur bei Herzschäden verwendet werden soll. (2) Soll man dann auch ein bis drei Tage alte Kinder umbringen, damit die Methode beim Menschen anwendbar ist? In unzähligen Langzeitstudien konnten bei Nagetieren keine krebserregenden Eigenschaften von Propylen, einem Nebenprodukt der Ölindustrie, festgestellt werden. Dennoch wird eine Krebsgefahr vermutet. In einer Arbeit des Helmholtz-Instituts München in Neuherberg wird die Blutkonzentration bei Ratten nach Einatmung von Propylen untersucht. Die gleichen Versuche wurden auch mit vier freiwilligen Personen durchgeführt. (3) Warum mussten dann die Ratten leiden und sterben? Junge Schweine müssen zunächst lernen, einen Klappdeckel über einem Futtertrog mit der Schnauze hochzuheben, um an ihr Futter zu gelangen. Dann wird bei den Tieren unter Narkose ein Herzkammerflimmern ausgelöst. Bei je sieben Schweinen wird nach 5 bzw. 8 Minuten mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen. Vier Tage danach wird beobachtet, ob die Tiere den Trogdeckel noch anheben können. Dann werden die Schweine getötet. (4) Das Ergebnis: Wenn die Wiederbelebung nach einem Herzstillstand später beginnt, sind die neurokognitiven Ausfälle größer, d.h. die Tiere können den Trogdeckel nicht so gut anheben. Für so ein Ergebnis hätte wohl auch der gesunde Menschenverstand ausgereicht. Nicht nur unnötig, sondern kontraproduktivHäufig werden auch für rein mechanische Fragestellungen Tierversuche durchgeführt, die man viel präziser an Modellen beantworten könnte. Die Verwendung von lebenden Tieren ist dabei nicht nur vollkommen unnötig, sondern auch kontraproduktiv. Es wird vermutet, dass Mittelohrentzündungen bei Kindern unter anderem durch Rückfluss aus dem Magen verursacht wird. In einer Studie der Hals-Nasen-Ohren-Klinik in Bochum wird bei 17 Gerbils (Wüstenrennmäuse) der Dünndarm abgebunden und der Magen mit Tinte gefüllt. Bei Druck auf den Magen ergießt sich die Farbe in die Speiseröhre, den Kehlkopf, den Nasen-Rachenraum bis in das Mittelohr. Anschließend werden die Gerbils getötet (5) und die Herren Forscher wissen, dass bei einem Gerbil mit abgebundenem Dünndarm der Mageninhalt bis ins Mittelohr vordringen kann. Ob dies beim Kleinkind genauso ist, bleibt Spekulation. Ein anatomisches Modell eines Kinderkopfes hätte hier sinnvollen Aufschluss gegeben. An der neurochirurgischen Klinik in Mainz hat man ein Experiment zu einer mechanischen Fragestellung zunächst tatsächlich mit einem menschlichen Schädel gemacht. Dann wurden zusätzlich noch sechs Schweine umgebracht. Es ging um den Verschluss von Löchern im Schädelknochen. Betäubten Schweinen wurden zwei Löcher in den Schädelknochen gebohrt, die dann mit Silikonbällen gefüllt wurden. Um eventuelle Lecks aufzuspüren, wurde eine fluoreszierende Flüssigkeit zwischen Hirngewebe und Schädelknochen injiziert. (6) Wenn einem Experimentator nichts mehr einfälltWenn einem nichts mehr einfällt, mit dem man Forschungsgelder einstreichen kann, nimmt man sich einfach beim Menschen längst etablierte Behandlungsmethoden vor und wiederholt sie unermüdlich im Tierversuch. In Hamburg mussten 30 Minischweine leiden und sterben, weil Experimentatoren meinten, zwei seit langem bei menschlichen Patienten angewandte Techniken zur Lebertumoroperation im »Tiermodell« miteinander vergleichen zu müssen. (7) In klinischen Versuchen mit Bluthochdruckpatienten haben sich zwei Medikamente als wirkungsvoll bei der Verhinderung von Schlaganfällen erwiesen. In einer Arbeit der Charité Berlin sollte die Wirkung dieser beiden Medikamente auf Ratten mit künstlich hervorgerufenem Schlaganfall näher untersucht werden. Dazu wurde den Ratten eine Nylonfaser durch eine Halsarterie in die mittlere Hirnarterie geschoben, wodurch das Hirngewebe dahinter nicht mehr durchblutet wurde. Nach 90 Minuten wurde der Faden entfernt. Einige Ratten erhielten die Medikamente und es wurde beobachtet, in welchem Ausmaß die Tiere unter Bewegungsstörungen litten. (8) Zum chirurgischen Verschluss von Hernien (Löchern) im Zwerchfell werden in der Humanmedizin verschiedene Biomaterialien eingesetzt. Trotz zahlreicher, vorhandener klinischer Studien mussten 20 Kaninchen sterben, weil Experimentatoren aus Aachen zwei etablierte Biomaterialien vergleichen wollten. (9) Mit Vollgas in die SackgasseDa Tiere die meisten menschlichen Krankheiten nicht bekommen, versucht man mit ausgeklügelten Methoden, einige Symptome bestimmter Krankheiten irgendwie nachzuahmen. Dann wird versucht, die künstlichen Symptome dieses »Tiermodells« wieder wegzubekommen. Das funktioniert beim Tier manchmal, beim Menschen aber garantiert nicht, weil menschliche Patienten und künstlich krank gemachte Tiere doch irgendwie verschieden sind. Unsere Datenbank dokumentiert, dass es bei zahllosen Tierversuchen nur um den ersten Schritt, die Entwicklung der »Tiermodelle« geht. Es gibt zwar bereits eine große Anzahl von »Tiermodellen« für akutes Herzversagen, aber nur wenige für chronisches Herzversagen. Autoren aus Göttingen wollten diesem Defizit abhelfen. Hunde eignen sich nicht, da sie verstopfte Herzkranzgefäße nachbilden können. Daher mussten Schafe als Versuchstiere herhalten. Den Tieren werden 25.000 Mikrosphären, winzige Kügelchen aus Kunststoff, injiziert, die sich in einer Herzkranzarterie festsetzen und die Durchblutung des Herzens vermindern. Es kommt bei den Schafen zu Ödemen und Brust- und Bauchwassersucht. Schließlich werden die Tiere getötet. (10) In Aachen versucht man es mit Schweinen als »Modell« für Herzversagen. Den Tieren wird Adriamycin injiziert, ein Zytostatikum, das zur Chemotherapie eingesetzt wird und dessen Nebenwirkung in einer Schädigung des Herzens besteht. (11) Dass die Krebsmaus ein echter Reinfall war, sollte sich eigentlich bis in die Krebsforscherkreise herumgesprochen haben. Den Nagetieren wird ein menschliches Gen eingeschleust, so dass sich bei ihnen Krebs entwickelt. Millionen dieser Krebsmäuse werden seit Jahrzehnten zu Tode gequält. Bei unzähligen gelang eine Heilung. Genützt hat es den menschlichen Krebspatienten nichts. Dennoch wird man nicht müde, weiter auf dieses »Tiermodell« zu setzen und mit Vollgas in die Sackgasse zu laufen. So wurden am Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie in Hamburg Mäuse »hergestellt«, die um ihren 120. Lebenstag Brustkrebs entwickeln. Die Tiere sterben im Alter von 220 - 300 Tagen. (12) Im gleichen Institut wurden auch Mäuse entwickelt, die an Lymphknotenkrebs erkranken und sterben. (13) Tierversuche in ZoosUnsere Datenbank ist voll von Beweisen, dass zahllose Tierversuche nicht einmal im Entferntesten etwas mit dem Wohl des Menschen zu tun haben. Selbst vor Zootieren macht die Neugier der Forscherzunft nicht Halt. Rinder, die symptomlose Träger eines bestimmten Rindervirus (Bovine Virusdiarrhoe (BVD)) sind, sterben an der Krankheit, wenn man sie mit dem BVD-Virus infiziert. In einer Arbeit aus Berlin sollte untersucht werden, ob dies auch bei Wildtieren funktioniert. Ein im Zoo Amsterdam lebendes Hirschferkel, das ohne klinische Symptome Träger des Virus ist, wurde mit dem Virus infiziert und einige Zeit später getötet. (14) Zehn im Tierpark Hellabrunn lebende Mantelpaviane wurden für eine Dissertation missbraucht. An den betäubten Tieren wurden elektrische Impulse des Auges gemessen. (15) 40% der Hautoberfläche verbranntUnsere Datenbank beweist, dass Tierversuche keineswegs so harmlos sind, wie oft behauptet wird. Zwei aktuelle Beispiele aus der Kategorie »besonders grausam«: Bei narkotisierten Schafen wird eine kombinierte Brandverletzung dritten Grades mit Rauchvergiftung simuliert. 40% der Hautoberfläche wird mit einer Flamme verbrannt. Außerdem müssen die Tiere kalten Rauch von verbrannter Baumwolle einatmen. Die Schafe wachen danach aus der Narkose auf, d.h. sie müssen die Schmerzen der Verbrennung bei vollem Bewusstsein ertragen. Die Tiere dürfen fressen, aber nichts trinken! Die Flüssigkeitszufuhr soll nur kontrolliert über eine Infusion erfolgen. Ein Schaf stirbt nach 40 Stunden. Nach 48 Stunden werden die anderen 21 Tiere getötet. Der Versuch wurde unter Federführung von Experimentatoren der Uni Münster in Texas durchgeführt. (16) Um herauszufinden, ob Vogelgrippe von Hunden auf Katzen und umgekehrt übertragen werden kann, wurden im Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems mehrere Hunde und Katzen zusammen gehalten. In einem Raum werden die Hunde, in dem anderen die Katzen mit dem Vogelgrippevirus H5N1 infiziert. Die infizierten Hunde bekommen Fieber, das nach einigen Tagen wieder abklingt. Die Katzen zeigen schwere Symptome mit hohem Fieber, Abgeschlagenheit und Atemnot. Zwei Katzen werden nach 5 Tagen wegen der Schwere der Symptome getötet. Eine Katze erholt sich wieder. Schließlich werden alle Tiere getötet. (17)
Um zu dem entsprechenden Eintrag in der Datenbank zu gelangen, klicken Sie einfach in der Rubrik »Datenbank« auf »Suche nach Dokumenten-ID« und geben die entsprechende Nummer ein. (1) 3818 (2) 3790 (3) 3776 (4) 3811 (5) 3791 (6) 3810 (7) 3800 (8) 3807 (9) 3808 (10) 3793 (11) 3797 (12) 3796 (13) 3806 (14) 3812 (15) 3814 (16) 3822 (17) 3787 |