Gesunde Tiere und kranken Patienten sind grundlegend unterschiedlich

Fünfzig weitere Dokumente wurden heute in unsere Datenbank aufgenommen. Fünfzig Dokumente, die erneut belegen, welche Grausamkeiten Tieren im Namen der Wissenschaft hier bei uns zugefügt werden. Fünfzig Dokumente, die beweisen, dass Tierversuche keineswegs nur gemacht werden, um neue Medikamente für kranke Menschen zu finden. Häufig werden Tierversuche für Behandlungsmethoden durchgeführt, die beim Menschen seit Jahren im Einsatz sind. Oftmals geht es um reine Neugier oder auch bloß darum, eine wissenschaftliche Lücke zu füllen. Wenn es für eine längst etablierte Therapie noch kein »Tiermodell« gibt, muss dem eben nachgeholfen werden.

Einige Beispiele:
Zur Intensivbehandlung einer Aneurysma-Hirnblutung wird seit mehr als 20 Jahren eine weit verbreitete Behandlungsmethode eingesetzt. In Mannheim wollte man nun anhand von Tierversuchen mit Schweinen und einer klinischen Studie ergründen, ob die Behandlung überhaupt etwas nützt. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Methode bei den jungen, gesunden Schweinen keine Wirkung hat, bei den kranken Patienten aber sehr wohl. Die Wirkung bei den Patienten ist aber nicht immer so wie gewünscht, weswegen man bei der Anwendung der Behandlung vorsichtig sein sollte. Hätte für eine solche Erkenntnis nicht die klinische Studie allein ausgereicht? Mussten dafür fünf Schweine umgebracht werden? (Dokumenten-ID: 3715)

Ebenfalls in Mannheim wird eine Kombinationsbehandlung mit einem Blutpropf auflösenden Mittel, das schon seit Jahren bei menschlichen Schlaganfallpatienten verwendet wird, und einem Nervenschutzpräparat bei Ratten mit einem künstlich hervorgerufenen Schlaganfall getestet. In der Einleitung der Arbeit heißt es, dass die Nervenschutzpräparate in vorangegangenen Tierversuchen wirksam waren, während sie beim menschlichen Schlaganfallpatienten bisher fast nur negative Resultate geliefert hätten. »Diese Abweichung mag daran liegen, dass gesunde Tiere und ältere Patienten mit Risikofaktoren und vorhandener Arterienverkalkung grundlegend unterschiedlich sind.« Wenn man dies schon vorher weiß, wozu mussten dann 55 Ratten qualvoll sterben? (Dokumenten-ID: 3742)

Zur Entfernung eines Stücks des Mastdarms bei Mastdarmkrebs gibt es Standard-Operationsmethoden, die seit Jahren beim Patienten angewendet werden. In Aachen wurde der Kotabsatz nach einer solchen Operation bei Hunden studiert. (Dokumenten-ID: 3620)

Bei Ratten wird künstlich eine Blutvergiftung ausgelöst, um deren Langzeitauswirkungen auf die Nerven zu untersuchen. Die Arbeit aus dem Universitätsklinikum Bonn schließt mit der Bemerkung, dass dies auch an menschlichen Patienten nach einer Blutvergiftung untersucht werden sollte. Es bleibt die Frage offen, wozu dann erst die Tierversuche gemacht wurden. (Dokumenten-ID: 3727)

Am Berliner Unfallkrankenhaus wurden zehn Beagles einer Rippenoperation unterzogen, die seit Jahren Standard in der humanmedizinischen Wiederherstellungschirurgie ist. Dabei ging es einzig darum, ein »Tiermodell« für die Untersuchung der Heilungsvorgänge bei Rippentransplantationen zu etablieren. Wenn diese Operation doch beim Menschen gang und gäbe ist, warum kann man die Heilung dann nicht gleich am Patienten studieren? Solche Studien hätten wenigstens eine Aussagekraft, im Gegensatz zu Untersuchungen an Tieren, deren Knochen eine andere Heilungstendenz haben, als die des Menschen. (Dokumenten-ID: 3688)

Wie schön, dass den Experimentatoren oftmals selbst auffällt, dass gesunde Tiere und kranke Menschen irgendwie unterschiedlich sind. Doch diese Erkenntnis hält sie nicht davon ab, weiter Tiere zu quälen und zu töten.


Dr. Corina Gericke
 
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