Stressforschung an Tieren - Rennen bis zum Umfallen »Meine Güte, war das heute wieder ein Stress im Büro, zu viel Arbeit und zu wenig Zeit. Und dann auch noch der endlose Stau auf dem Nachhauseweg«. Wer kennt ihn nicht, den Stress. Es gibt zahllose Stressfaktoren und jeder von uns reagiert anders darauf. Der eine wird durch Prüfungsangst oder die ständige Reizüberflutung in Stress versetzt, einem anderen machen Mobbing, Über- oder Unterforderung beim Job zu schaffen, der nächste wird durch Konflikte mit dem Partner oder der Familie gestresst. Bei dieser Vielfalt möglicher Auslöser verwundert es, wie Forscher überhaupt auf die Idee kommen können, Stress im Tierversuch simulieren zu wollen. Nach dem Motto »Geht nicht, gibt's nicht« lassen sich die Experimentatoren einiges einfallen, um Stress bei Tieren zu erzeugen.
Die genannten Beispiele sind alle in unserer Datenbank erfasst und können unter der entsprechenden Dokument-ID nachgelesen werden. Wozu diese extreme Tierqual? Vielfach werden die gestressten Tiere geköpft, um die Vorgänge in ihren Gehirnen zu untersuchen. Bei anderen Versuchen geht es um den Zusammenhang zwischen Stress mit anderen Erkrankungen, wie Kolitis (Dickdarmentzündung) oder Depression. Gibt es nicht genügend gestresste Menschen, an denen Untersuchungen erfolgen könnten? Was nützt es Ratten und Mäusen zu quälen? Auf diese Weise können allenfalls Erkenntnisse über die Mechanismen in den Gehirnen dieser Tiere gewonnen werden, nicht aber über die des menschlichen Gehirns. Menschen leben in einer besonders abwechslungsreichen Umwelt und sind vielfältigsten Einflüssen ausgesetzt, die die Entstehung von Stress und die damit in Verbindung gebrachten Krankheiten beeinflussen. Diese Vielfalt lässt sich im »Tiermodell« nicht einmal annähernd nachempfinden. Die Tierversuche sind vollkommen sinnlos. Studien mit Freiwilligen könnten hingegen Aufschlüsse über die Entstehung von Stress und die Zusammenhänge mit anderen Krankheiten geben. Gehirnuntersuchungen am Menschen können zum Beispiel mit computertomographischen oder anderen bildgebenden Verfahren vorgenommen werden. Dr. med. vet. Corina Gericke
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