It´s my life - Für ein Verbot von Affenversuchen Von Dr. Corina Gericke It's my life Für ein Verbot von Affenversuchen Wer sieht sie nicht gern in Fernsehsendungen, die flinken Gesellen, die durch die Baumwipfel toben, fürsorgliche Mütter, die ihre Babys beschützend ständig bei sich tragen oder die pfiffigen Kerlchen, die sich mit einem Ast Leckerbissen aus einem Termitenbau angeln. Affen haben ein komplexes Kulturleben und ausgeprägte intellektuelle und emotionale Fähigkeiten. Sie haben ein Ich-Bewusstsein, können verschiedene Arten von Werkzeug gebrauchen und aus einem erlernten »Wortschatz« völlig neue, eigene Sätze bilden. Affen sind unsere nächsten Verwandten - und doch werden sie zu Tausenden in der Forschung verschlissen. Lebende MessinstrumenteHauptsächlich sind es Rhesusaffen und andere Makakenarten wie Javaner, außerdem Paviane, Totenkopfäffchen und Weißbüscheläffchen, die im Namen der Wissenschaft leiden und sterben müssen. Den offiziellen Statistiken zufolge wurden im Jahr 2003 allein in Deutschland 1.923 Primaten in Versuchen verbraucht, im Jahr zuvor waren es noch 1.889. Das Leid, das sowohl wild gefangene als auch in Gefangenschaft geborene Primaten erleiden müssen - schon beim Transport zu den Forschungseinrichtungen und dann während der vielen Monate oder gar Jahre in einem Labor - ist für uns gar nicht vorstellbar, so sehr werden ihnen ihre natürlichen Umwelt- und Sozialeinflüsse entzogen. Allein und eingesperrt in kahle Metallkäfige fristen sie ihr Dasein, nur unterbrochen von qualvollen Experimenten. Im Bereich der Produktprüfung werden sie mit Medikamenten oder Chemikalien systematisch vergiftet. In der Hirnforschung werden die hochentwickelten Tiere oft jahrelang als lebende Messinstrumente missbraucht. Ihnen werden Metallbolzen in den Schädel operiert, mit denen ihr Kopf an ein Gestell unbeweglich angeschraubt werden kann. Durch Durst gefügig gemacht, müssen sie für einen Tropfen Saft bestimmte Hebel drücken, während über in das Gehirn eingepflanzte Elektroden Hirnströme gemessen werden. Wer weiß, ob abgesehen von der Qual der Experimente, nicht allein schon die Instrumente auf dem Schädel den Tieren permanente bohrende Kopfschmerzen bereiten? Reine Spekulation Affen sind uns zwar in vieler Hinsicht sehr ähnlich, gleichzeitig sind die Unterschiede aber doch so groß, dass die Ergebnisse aus solchen Experimenten nicht auf den Menschen übertragen werden können. So reagieren Affen auf Medikamente und andere Testsubstanzen oft ganz anders als der Mensch. Aspirin beispielsweise ruft bei Primaten Missbildungen hervor, eine solche Wirkung ist beim Menschen unbekannt. Umgekehrt ist Nitrobenzol stark giftig für Menschen, kaum aber für Affen. Seit Jahrzehnten wird in der AIDS-Forschung an Primaten herumexperimentiert. Da Affen die menschliche Form der Immunschwäche aber nicht bekommen, infiziert man sie mit »Affen-AIDS«. Kein Wunder, dass das Resultat dieser Forschung bislang mehr als mager ist. Auch im Bereich der Hirnforschung sind Versuche an Affen nicht nachvollziehbar, denn die Gehirne von Menschen und Affen unterscheiden sich in Struktur und Funktion deutlich. So haben Affen keine Bereiche im Gehirn, die durch Singen, Sprechen, Lesen, Gedichte schreiben oder abstrakte Gedanken stimuliert werden. Letztendlich wissen wir nach einem Tierversuch immer nur, wie das jeweilige Tier reagiert hat. Ob es beim Menschen genauso sein wird, bleibt Spekulation. Selbstverständlich sind Experimente an Tieren anderer Arten ebenfalls weder ethisch vertretbar, noch wissenschaftlich sinnvoll. Die besondere Nähe zu uns Menschen, macht die politische Durchsetzbarkeit eines Verbots von Affenversuchen aber am ehesten wahrscheinlich. Machen Sie mit!Die Menschen für Tierrechte Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. wollen mit der neuen Kampagne »It's my life für ein Verbot von Affenversuchen« eine solche Gesetzesänderung erreichen. Bitte helfen Sie mit, das Infomaterial zu verbreiten und Unterschriften zu sammeln. Weitere Informationen und Material bestellen:
Dr. Corina Gericke
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