HLS flieht vor Tierschützern Unter der Überschrift »Ein Blick nach England« berichteten wir im Oktober letzten Jahres über die Kampagne »Shac« (»Stop Huntingdon Animal Cruelty«), mit der das britische Tierversuchslabor Huntingdon Life Sciences (HLS) zum Aufgeben gezwungen werden soll. Shac bediente sich zu diesem Zweck hauptsächlich der Methode, die Geldgeber des Labors unter Druck zu setzen. Die Methode erwies sich als so erfolgreich, dass die Aktien des Unternehmers im Jahr 2001 auf Pennybeträge sanken. Nur eine Millionenspritze der amerikanischen Investment -Bank Stephans Inc. aus Little Rock, Arkansas, (23 Mill. Pfund Darlehen und die Übernahme von 15,7 Prozent der Firmenanteile) rettete HLS vor dem Bankrott. Da HLS-Aktien in England praktisch nicht mehr gehandelt wurden, bemühte sich das Unternehmen um Zulassung an der amerikanischen Börse, was nach einigen Anlaufschwierigkeiten schließlich im Januar 2002 gelang. Der belastete Name wurde in »Life Sciences Research« geändert. Am 25. 1 2002 wurde HLS von dem Finanzplatz London gestrichen. Shac und die englische Tierrechtsbewegung feiern es als großen Sieg, das immerhin größte europäische Tierversuchslabor vom heimischen Markt verjagt zu haben. Die Protestaktionen der Tierschützer in England und USA richteten sich im letzten Jahr zunehmend gegen die Stephens Group, die nun überraschenderweise am 10. Januar bekannt gab, dass sie ihr Darlehen und die Beteiligung an HLS an ein Drittunternehmen abgetreten hat. Laut »Handelsblatt« soll Stephans einen Verlust von rund 4 Mill. Pfund erwirtschaftet haben. Der Käufer ist bisher unbekannt, weshalb Shac weiterhin gegen das Investmenthaus und die mit ihm zusammenarbeitende Barclays Bank vorgeht. Das Ziel, die Tätigkeit des Versuchslabors endgültig zum Erliegen zu bringen, ist allerdings eher schwerer erreichbar geworden. Nach US-Recht müssen, anders als in England, die Namen und Adressen von Aktionären, die über 5% Anteile einer Frma halten, nicht öffentlich gemacht werden. Diesen Schutz der Anonymität dürfte HLS mit seinem Ausweichen in die USA auch gesucht haben. Es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen, in dem täglich etwa 500 Tiere in Versuchen getötet werden, seine neuen Geldgeber bei der Stange halten kann, wenn es Shac gelingt, ihre Namen herauszufinden. |