Die offiziellen Versuchstierzahlen Das Magazin der Datenbank-Tierversuche stellt in der Regel Versuche vor, die das laufende Geschehen auf dem Feld der Tierexperimente in besonderer Weise charakterisieren und einzelne Aspekte beleuchten. Die Datenbank präsentiert so vollständig wie möglich die Versuche, die die Wissenschaftler selbst in ihren Fachpublikationen für veröffentlichungswert halten. Gelegentlich sollten wir uns aber vor Augen führen, dass diese Auswahl vor dem Hintergrund der tagtäglichen massenhaften Routine zu sehen ist, mit der Tiere aller Arten auf zahllosen Gebieten unserer Industriegesellschaft als Versuchsobjekte verschlissen werden. Deshalb werfen wir zum Jahresende einen Blick auf die offiziellen Zahlen, die die Bundesregierung im November 2001 herausgegeben hat. Diese Liste vermeldet eine Gesamtzahl von 1,83 Millionen Tieren, die im Jahr 2000 in Deutschland für Versuchszwecke »verbraucht« worden sind. Die Vergleichszahlen der Vorjahre liegen fast durchweg darunter, im Jahr 1999 etwa wurden 1,59 Millionen gemeldet. Der Anstieg ist allerdings nicht so offensichtlich, wie es auf den ersten Blick erscheint, da aufgrund der neuen Versuchstiermeldeverordnung vom 4. November 1999 auch die Daten aus Bereichen meldepflichtig geworden sind, die bis dahin ausgeklammert waren, nämlich die für Lehre, Herstellung oder Vermehrung von biologischem Material und Organentnahmen. Nach Angabe des zuständigen Ministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft beträgt die Zahl dieser bisher nicht berücksichtigten Tiere 35% der Gesamtzahl. Dazu ist zu bemerken, dass mit der neuen Verordnung auch einer Forderung des Tierschutzes Rechnung getragen worden ist, der diesen Rechentrick, einfach ein gutes Drittel der Opfer nicht mitzuzählen, schon immer angeprangert hat. Etwas mehr Ehrlichkeit und Transparenz ist also eingeführt worden. aber es wäre naiv zu glauben, dass tatsächlich alle Tiere erfasst sind, die in diese Maschinerie geraten. Es genügt, an die »Verluste« beim Transport, der Haltung, bei Missgriffen und Unfällen zu denken. Rein zahlenmäßig ist der Vergleich mit den Vorjahren durch die Einbeziehung der 35 Prozent aus den genannten Bereichen erschwert. Dennoch ist ein Anstieg der Versuche unübersehbar.. Besonders in der Grundlagenforschung, und hier vor allem in der Genforschung, hat sich ein riesiges Feld aufgetan, so dass sich die vorher abnehmende Tendenz, die auf den »konventionellen« Gebieten zu beobachten war, umgedreht hat. Auf Nachfrage teilt das Ministerium mit, dass sich die Versuche nicht nach privaten, staatlichen und universitären Forschungen aufschlüsseln ließen.
Das PDF-Dokument, das Sie mit dem folgenden Link in einem neuen Fenster aufrufen oder auf Ihrer Festplatte abspeichern können, enthält die offizielle Verlautbarung des Bundesverbraucherschutzministeriums vom 16. November 2001 und detaillierte Informationen über die erfassten Tierversuche. PDF-Dokument in neuem Fenster anzeigen (Ein kostenloses Programm zur Darstellung von PDF-Dokumenten erhalten Sie hier.)
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